Noreva, Executive Communication Consultancy

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Welche sprachlichen Gewohnheiten lassen Nicht-Muttersprachler unsicher klingen?

Es liegt nicht an Ihrem Akzent, sondern an Ihren Kommunikationsgewohnheiten

Viele Fachleute glauben Folgendes: Wer im Englischen sicherer klingen will, braucht weniger Akzent, mehr Wortschatz oder perfekte Grammatik.

In Wirklichkeit sind das selten die größten Hürden.

Ich habe mit Ingenieuren, Beratern, Führungskräften, Fachleuten aus dem Gesundheitswesen und Unternehmern aus aller Welt gearbeitet. Immer wieder sehe ich dasselbe Muster. Sehr kompetente Fachleute wirken unsicher, ohne es zu wollen. Der Grund ist nicht fehlendes Fachwissen. Es sind kleine sprachliche Gewohnheiten, die ihre Botschaft schwächen.

Die gute Nachricht: Diese Gewohnheiten lassen sich ändern.

Sicheres Auftreten ist nicht angeboren. Es entsteht durch Sprache, Struktur und Vortrag. Wer diese Gewohnheiten versteht, macht den ersten Schritt. So klingen Sie im Englischen glaubwürdiger, überzeugender und mehr wie eine Führungskraft.

1Jede Aussage abschwächen

Eine der häufigsten Gewohnheiten bei Nicht-Muttersprachlern ist zu vorsichtige Sprache. Statt klare Empfehlungen zu geben, schwächen sie ihre Botschaft mit Formulierungen wie diesen:

Solche Formulierungen entstehen oft aus Höflichkeit oder aus Angst vor Fehlern. Im Geschäftsleben lassen sie aber selbst hervorragende Ideen unsicher klingen.

Statt

“I think maybe we should consider changing the supplier.”

Besser

“I recommend changing the supplier because it will reduce costs by 12%.”

Der zweite Satz bleibt höflich. Er zeigt aber Verantwortung und Sicherheit. Forschung zur Glaubwürdigkeit zeigt: Das Publikum vertraut eher Menschen, die ihre Empfehlungen klar aussprechen und mit Belegen stützen (Harvard Division of Continuing Education, 2025).

Sicher aufzutreten heißt nicht, aggressiv zu sein.
Es heißt, unnötige Unsicherheit zu vermeiden.

2In langen, komplizierten Sätzen sprechen

Viele Fachleute denken, anspruchsvolles Englisch klinge professioneller.

Oft stimmt das Gegenteil.

Lange Sätze mit unnötigen Details kosten die Zuhörer Mühe. Das erhöht die kognitive Belastung, also die geistige Anstrengung beim Verarbeiten von Informationen.

Nach Swellers Cognitive Load Theory (1988) ist unser Arbeitsgedächtnis begrenzt. Ist die Sprache unnötig komplex, verbraucht das Publikum mehr Energie für die Wörter als für die Ideen.

Statt

“With regard to the implementation of the newly proposed operational strategy, it would appear advantageous to consider...”

Sagen Sie

“I recommend implementing the new strategy because it will improve efficiency.”

Die zweite Version sagt genau dasselbe. Sie tut es nur klarer.

Starke Kommunikatoren wollen nicht klug klingen.
Sie machen das Verstehen leicht.

3Übersetzen statt auf Englisch denken

Viele Fachleute übersetzen jeden Satz im Kopf aus ihrer Muttersprache. Das ist eine normale Phase beim Sprachenlernen. Sie bringt aber mehrere Probleme.

Canale und Swain (1980) erklären: Kommunikative Kompetenz ist viel mehr als Grammatikwissen. Dazu gehört auch, natürlich und passend in verschiedenen Situationen zu sprechen.

Das Ziel ist nicht die perfekte Übersetzung.

Das Ziel ist, an die Bedeutung zu denken und nicht an einzelne Wörter. So werden Gespräche schneller, natürlicher und sicherer.

4Jede Stille füllen

Stille ist für viele Nicht-Muttersprachler unangenehm. Deshalb füllen sie Pausen mit Ausdrücken wie:

Diese Füllwörter sind völlig normal. Auch Muttersprachler nutzen sie.

Der Unterschied liegt in der Häufigkeit. Beginnt jeder Satz mit einem Füllwort, achtet das Publikum auf das Zögern statt auf die Botschaft.

Souveräne Führungskräfte wissen: Stille ist keine Schwäche. Eine kurze Pause hilft den Zuhörern beim Verstehen. Und sie gibt dem Sprecher Zeit zum Denken.

Stille wirkt souverän.
Hast wirkt nervös.

5Sich zu oft entschuldigen

Eine weitere Gewohnheit schwächt die Führungspräsenz: unnötige Entschuldigungen. Viele Fachleute entschuldigen sich, bevor sie sprechen:

Solche Entschuldigungen senken sofort das Vertrauen des Publikums, auch wenn es gar keinen Grund dafür gibt. Beginnen Sie lieber selbstbewusst:

Ihr Publikum achtet meist viel weniger auf Ihr Englisch als Sie selbst.

Schwächen Sie Ihr Fachwissen nicht, bevor Sie überhaupt gesprochen haben.

6Grammatik wichtiger nehmen als die Botschaft

Viele Fachleute brechen mitten im Satz ab, weil sie nach der richtigen Grammatik suchen. Das schadet der Kommunikation oft mehr als der Fehler selbst.

Ein Geschäftsgespräch ist keine Englischprüfung.

Menschen wollen vor allem Ihre Botschaft verstehen. Ein grammatisch perfekter Satz ist ihnen viel weniger wichtig.

Die Forschung zur kommunikativen Kompetenz zeigt: Erfolgreiche Kommunikation braucht Grammatik, klaren Aufbau, soziales Sprachgefühl und Strategie. Grammatik allein reicht nicht (Canale & Swain, 1980).

Flüssigkeit entsteht, wenn Sie nicht mehr an perfekte Sätze denken, sondern an eine sinnvolle Botschaft.

7Zu schnell sprechen

Viele Fachleute sprechen schnell, weil sie ihr Englisch hinter sich bringen wollen, bevor ein Fehler passiert. Doch Tempo bewirkt oft das Gegenteil.

Souveräne Sprecher werden bewusst langsamer. Sie machen nach wichtigen Punkten eine Pause. Sie geben dem Publikum Zeit zum Nachdenken. Und sich selbst Zeit zum Atmen.

Die Harvard-Empfehlungen zum Reden vor Publikum nennen das Sprechtempo als wichtigen Faktor für Glaubwürdigkeit. Denn ein gutes Tempo verbessert das Verständnis und zeigt Souveränität (Harvard Division of Continuing Education, 2025).

Langsamer zu sprechen lässt Sie selten weniger klug wirken.
Meist wirken Sie dadurch sicherer.

8Glauben, dass ein Akzent die Glaubwürdigkeit senkt

Das ist vielleicht der größte Irrtum überhaupt.

Viele Fachleute glauben, sie müssten wie Muttersprachler klingen, um ernst genommen zu werden.

Die Forschung sagt etwas anderes. Studien zeigen: Zuhörer achten stärker auf die Verständlichkeit, also darauf, wie leicht jemand zu verstehen ist, als auf den Akzent selbst (Jaber & Hussein, 2011).

Ein klarer Akzent ist viel wertvoller als ein perfekter Akzent.

Versuchen Sie nicht, Ihren Akzent loszuwerden. Achten Sie lieber auf:

Genau daran erinnert sich das Publikum.

Executive Communication ist mehr als nur Englisch

Sprache ist nur ein Teil der Kommunikation. Führungspräsenz entsteht durch:

Viele Fachleute glauben, besseres Englisch bringe automatisch mehr Einfluss. Oft ist es umgekehrt. Wer besser kommuniziert, dessen Englisch wirkt ganz von selbst stärker.

Es geht nicht darum, wie ein Muttersprachler zu klingen.
Es geht darum, dass andere Ihre Ideen verstehen, Ihnen vertrauen und danach handeln.

Fazit

Jede Fachkraft entwickelt Kommunikationsgewohnheiten.

Manche stärken die Glaubwürdigkeit.

Andere schwächen sie unbemerkt.

Die gute Nachricht: Diese Gewohnheiten sind gelernt. Deshalb können Sie sie auch wieder ablegen. Schon kleine Änderungen wirken stark. Ordnen Sie Ihre Ideen klarer. Sprechen Sie Empfehlungen deutlicher aus. Wählen Sie Ihre Sprache bewusst. Und halten Sie bessere Präsentationen. So sehen andere Ihr Fachwissen mit ganz neuen Augen.

Ihr Ziel sollte nie sein, wie jemand anderes zu klingen.

Ihr Ziel ist, Ihr Fachwissen mit Klarheit, Sicherheit und Echtheit zu vermitteln. Darum geht es bei Executive Communication wirklich.

Communication Audit

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Sie erhalten praktische Empfehlungen auf Basis aktueller Forschung. So kommunizieren Sie in jedem beruflichen Gespräch klarer, glaubwürdiger und wirksamer.

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Über die Autorin

Nadia Britz ist die Gründerin von Noreva, einer Beratung für Executive Communication. Noreva hilft Führungskräften, technischen Fachleuten und internationalen Teams, klarer, sicherer und wirksamer zu kommunizieren. Sie verbindet Wissen aus Psychologie, Linguistik und Executive Communication. So unterstützt sie Fachleute dabei, technisches Wissen in überzeugende Geschäftskommunikation zu übersetzen.

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